Nachdem die Rotterdamer Konferenz von 3 Zeichen gesprochen hat, soll zunächst auf diese eingegangen werden
Zyklusstörung
Die Zyklusstörung ist praktisch allen PCO-Syndromen eigen. Je nach  Ausprägung und vorhandenem Kinderwunsch sind mehrere Therapieoptionen vorhanden. Wenn ein Kinderwunsch gegeben ist, kann zuerst ein VZO (Verkehr zum Optimum) angestrebt werden. Hier stehen uns mit Clomiphen einerseits, aber auch den Gonadotropinen (körpereigene Hormone) andererseits verschiedene Möglichkeiten offen. Besonders wichtig ist die ultraschallgesteuerte Kontrolle des Zyklus, um ja nur einen Follikel zur Reifung zu bringen. Falls eine künstliche Befruchtung durchgeführt werden muss, ist ebenfalls nur mit einer sehr milden Stimulation zu beginnen. Begleitend gibt es sinnvollerweise Nahrungsergänzungsmittel, beispielsweise das Myo-Inositol (=Gesdine). Falls das PCO ausgeprägt ist, wird meist ein sogenannter „Antagonistenzyklus“ die Möglichkeit der Wahl sein.

viele subkapsuläre Follikel
Teilweise sind derart viele subkapsuläre Follikel vorhanden(einhergehend mit exorbitant erhöhten AMH-Werten), dass eine hormonelle Stimulation wegen der Gefahr einer Überstimulation (OHSS oder ovarian hyperstimulation syndrom) an andere Therapiemaßnahmen gedacht werden muss. Obwohl die wissenschaftlichen Diskussionen noch nicht abgeschlossen sind, haben wir an unserer Abteilung mit dem drill & dott (andere Bezeichnung: Stichelung der Ovarien) sehr gute Erfahrungen gemacht. Hier kommt es durch einen operativen Eingriff zu einer thermischen Stichelung der einzelnen Follikel und damit zu deren Ausschaltung. Im Idealfall sollte dann der AMH-Wert unter 5 ng/ml sein. Wichtig ist jedenfalls, den Eingriff nur an Abteilungen durchführen zu lassen, die hier viel Erfahrung einbringen können.

Hyperandrogenämie
Dies kommt in ca. 20 % vor und betrifft vor allem den „amerikanischen Typ“ des PCO-Syndroms. Dieser zeichnet sich  nun weniger durch eine extrem hohe Follikel-Anzahl aus, sondern vielmehr durch eine starke Erhöhung des Body-Mass-Index. Begleitend zu der Hyperandrogenämie (Erhöhung der männlichen Hormone Testosteron, DHEAS und Androstendion) kommen oft Störungen des Zuckerstoffwechsels, Blutdruckerhöhungen und Verminderung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Grundsätzlich ist hier jede einzelne Störung isoliert zu behandeln. Bei Kinderwunsch kann sich die Behandlung gelegentlich als überaus schwierig erweisen, da der Körper auf extern zugeführte Fruchtbarkeitshormone nicht mehr reagiert. Wenn es dann, was schwierig genug ist, eine Umstellung der gesamten Lebenseinstellung gelingt und insbesondere durch sportliche Aktivität das Körpergewicht massiv gesenkt wird, sind selbst spontan eintretende Schwangerschaften nicht mehr selten.